Bierwoche 2017 bei der Berg Brauerei: Ein Hoch auf´s Bier!

Vor 501 Jahren, am 23.04.1516 wurde das Reinheitsgebot proklamiert. In der Berg Brauerei BrauereiWirtschaft in Ehingen wird die Bierwoche vom 18. bis 23. April in täglich wechselnden Veranstaltungen rund ums Bier gefeiert.

Besonderheit bei der Bierwoche: Ausschank des Berg Original IPA mit 8,4% Alkohol und 18,9% Stammwürze

Zur letztjährigen „Nacht der offenen Brauerei – 500 Jahre Reinheitsgebot“ wurde das Craft Bier Original IPA zum ersten Mal gebraut und auf Anhieb ausgetrunken. Für die Jungbrauer der Berg Brauerei Grund genug, das kräftige und aromatische Bier nochmals frisch einzubrauen, sodass es das Craft Bier zur Bierwoche wieder frisch vom Fass geben wird.

Terminübersicht der Berg Brauerei Bierwoche 2017

Dienstag, 18.04.2017, 17 Uhr und 19 Uhr
Oberbrauer Karle Rommel, ab 1896 Brauer in Berg, führt durch`s BrauereiGewölbe und verrät amüsante und lebendige Geschichten über seinen Chef, Braumeister Ulrich Zimmermann, 1884 – 1935. (Eintritt frei, Anmeldung in der BrauereiWirtschaft)

Mittwoch, 19.04.2017, ab 18 Uhr
Quiz-Nacht: Alwin Hagel von der saubachkome.de stellt Fragen auf die man kommen muss – besser gesagt auf deren Antwort man erst einmal kommen sollte. In der Quiz-Nacht versucht jede Gruppe die Antworten auf die Fragen parat zu haben. Die beste Gruppe erhält bieriege Preise und darf sich Quizchampion nennen. Jeder reservierte Tisch ist eine Gruppe.

Freitag, 21.04.2015, 19:30 Uhr
Ein Sudkessel voll Xangverei Gesang, Komede und Blasmusik mit dem Berger Männergesangverein und den Ziddatalern. Ein Abend für alle Sinne! (Eintritt 5 €, Karten gibt´s direkt in der BrauereiWirtschaft)

Samstag, 22.0.4.2017

Fassanstich in Ehingen und Bierwanderung nach Berg

Nach dem Fassanstich auf dem Ehinger Marktplatz um 11 Uhr wird zusammen mit der Biersommelière Sandra Heim auf dem einmaligen Bierwanderweg nach Berg gewandert. Dabei gibt es viel Wissenwertes übers Bier und die Brauerei zu erfahren. Angekommen in Berg blickt die Gruppe bei einer Brauereibesichtigung hinter die Mauern und genießt im Anschluss ein Freibier in der BrauereiWirtschaft.
(14 € pro Person, Anmeldung in der BrauereiWirtschaft)

Sonntag, Tag des Buches 23.04.2017
Buchlesung im Sudhaus
Seit vielen Jahren findet in Zusammenarbeit mit dem Ehinger Buchladen die Buchlesung im Sudhaus der Brauerei statt. Dieses Jahr liest Elisabeth Kabatek aus ihrem Roman „Kleine Verbrechen erhalten die Freundschaft“. In der Pause gibt’s ein frisch gezwickeltes Bier direkt vom Reifetank.
(Eintritt 10€, Einlass 17.30 Uhr, Beginn 18.00Uhr).

Website: bergbier.de/bierwoche

Interview mit Günther Thömmes zum Reinheitsgebot

Wenn am 23. April 2016 das Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird, gibt es viele Festveranstaltungen und Feiern zu diesem Anlass. Wie kleine und große Brauereien zum Reinheitsgebot stehen haben wir in den letzten Tagen schon ausführlich berichtet. Doch wie steht ein unabhängiger Wanderbrauer dazu? Wir haben mit Günther Thömmes, Braumeister (Stichwort: Bierzauberei) und bekannter Bierbuch-Autor (,So braut Deutschland’), gesprochen und gefragt was es mit diesem Reinheitsgebot eigentlich so auf sich hat.

Hallo Günther, wie erklärst Du das Reinheitsgebot in eigenen Worten?
Es gibt ja mindestens Drei: Das von 1516 ist eine nette historische Urkunde. Das heutige RHG der Brauerbünde ist eine wirklichkeitsfremde Vision, mit der sie die Konsumenten für dumm verkaufen wollen. Und das Dritte, das der Realität, hat mit den beiden anderen leider nichts zu tun.

Ist das Reinheitsgebot ein Maßstab für Qualität, Geschmack, und Braukultur?
Nein, keinesfalls. Man kann innerhalb des Reinheitsgebots richtig schlechtes, geschmackloses Bier brauen (Gibt es auch!), genau so wie man ausserhalb des RHG sehr leckere Sachen machen kann. Die Einstellung des Braumeisters zu seinem Produkt ist viel wichtiger.

Ermöglicht/Beschränkt das RHG die Sortenvielfalt der Biere und Kreativität des Brauers?
Ja, definitiv. Es ist ein Totschlagargument, immer wieder auf 30 Malzsorten, 150 Hefestämme und 80 Hopfensorten zu verweisen (Die Zahlen stimmen nicht, aber in diese Richtung geht es…) und dann zu behaupten, das reiche aus für 36.000 verschiedenen Biere INNERHALB des RHG. Und das müsse ausreichen. Niemand will den RHG-Brauern ja verbieten, so zu brauen, es gibt aber halt viele Brauer, die mittlerweile mit anderen, NATÜRLICHEN Zutaten brauen wollen. Mit Obst, Kräutern, Gewürzen Gemüse. Was soll daran schlecht sein? DAS würde die Kreativität vorantreiben…

Was sind die größten Mythen und Missverständnisse rund um das RHG?
Oh, da gibt es einige:

  • Dass das RHG ein Gesetz ist. Es gibt kein Gesetz namens “Reinheitsgebot”. Offiziell heißt es “Bierverordnung”.
  • Dass das RHG ein singuläres Gesetz ist. Der Erlass von 1516 war nur ein Punkt in einer ganzen Reihe von Bierverordnungen, die seit dem 12 Jhd. Überall im Reich erlassen wurden.
  • Der Erlass von 1516 regelte die Bierqualität. Das ist ein sehr beliebter Mythos. Tatsächlich ging es um ein Verbot von Weizen, der fürs Brot gebraucht wurde, und um Geld. Um Geld ging es bei praktisch jedem Erlass zum Thema Bier.
  • Dass nur 4 Zutaten im RHG-Bier drin sind. Die Bierverordnung erlaubt eine ganze Menge, die die Konsumenten aber besser nicht wissen sollen.
  • Dass das RHG seit 500 Jahren befolgt wird. Das ist natürlich kompletter Unfug, schon 30 Jahre nach dem Erlass von 1516 durften Brauer z.B. wieder Koriander oder Kümmel ins Bier geben. Es gab so viele Kriege (wie den 30-jährigen), in denen die Brauer sicher besseres zu tun hatten, als ein Gebot zu beachten, dass sich gar nicht kannten. Richtig ernst wurde es damit erst vor ca. 100 Jahren. Und selbst danach gab es zwei Weltkriege, in denen auch Not-Biere aus anderen Zutaten gebraut wurden.
  • Dass das Reinheitsgebot schon immer so hieß. Lange Zeit wurde es gar nicht beachtet, es gab auch keinen Namen. Im 19. Jhd. nannte man es dann “Surrogatverbot”, bevor um 1918 der Name “Reinheitsgebot” erfunden wurde. Richtig verwendet wurde er erst in den 1950er Jahren für die Werbung, und dann in den 1980er Jahren in der EU als Lobbyinstrument gegen ausländisches Bier.

Keine Aromastoffe, Kirschbier, Chemie im Bier – dank dem RHG! Stimmt das?
Naja, ist halt auch relative. Milchsäure ist zugelassen, soweit sie von Malz abgeimpft wurde. Die Liste erlaubter Zusatzstoffe und Filtermittel wie PVPP (Polyvinylpolypyrrolidon) oder Kieselgele ist ziemlich lang. Offiziell müssen die meisten wieder komplett entfernt werden, aber der Zusatz “Bis auf technisch unvermeidbare Rückstände” kommt ja nicht von ungefähr.

Wie stehst Du persönlich zum RHG? Hast Du Kritik daran?
Ich halte das Reinheitsgebot in der Form, wie die Brauerbünde es halten (Sowohl als Vision wie auch in der Praxis) für überholt, veraltet, und, vor allem, für unehrlich und heuchlerisch.

Hat/Hatte das RHG auch Vorteile?
Derzeit bringt es nur den großen Brauern Vorteile, die nicht weiter denken wollen.
Und den Kleineren, die eine treue, aber denkfaule Stammkundschaft haben.

Ist das RHG nicht ein wichtiger Markenwert?
Ganz sicher, und deswegen sträuben sich die Brauerbünde ja auch so gegen Änderungen.

Warum gibt es das RHG (noch)?
Die Lobby ist stark, und jahrzehntelange “Gehirnwäsche” der Bierkonsumenten führt dazu, dass kaum einer weiss, was das RHG tatsächlich aussagt, es aber 95 % unbedingt behalten wollen. Das ist sehr paradox.

Wer ist die ‚Brauindustrie’, warum hält diese am RHG fest, und warum ist sie so mächtig?
Die Bierbranche ist sehr konservativ. Man wehrt sich gegen Änderungen. Und hat bestimmt Angst, sich einzugestehen, dass man vielleicht falsch lag mit dem jahrzehntelangen Mißbrauch des RHG als reines Lobbyinstrument. Der deutsche Biermarkt ist seit Jahren rückläufig. Mit Monotonie auf technisch hohem Niveau. Trotz oder wegen des RHG?

Sollte man etwas am RHG ändern? Was sollte man ändern?
Ich würde mir ein neues, ehrliches RHG wünschen, im Sinne eines “Natürlichkeitsgebots”, mit Einschluß aller Gewürze, Kräuter, Obst etc. in natürlicher Form, genetisch nicht manipuliert und nicht mit Zusätzen zwischenbehandelt.

Wer kann das RHG ändern?
Letzten Endes die Brauerbünde. Oder, wenn sie es nicht kapieren, eines Tages der Europäische Gerichtshof, wenn ein Brauer endlich mal Geld in die Hand nehmen und dagegen klagen würde. Nach dem Motto: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Dann ware das RHG aber zur Gänze weg, und mit ihm auch die Chance auf ein modernes Natürlichkeitsgebot. Und das wäre wiederum sehr schade.

Was hat der Verbraucher von einer Änderung?
Durch Einsetzung eines neuen Natürlichkeitsgebots würden sich den deutschen Brauern in Zukunft großartige neue Marktchancen bieten, die in drei Richtungen zielen:

  1. Massenbiere aus den Großbrauereien, mit Reis oder Maiszusatz, immer noch sauber gebraut, aber preiswerter.
  2. Biere nach „altem“ Reinheitsgebot hätten immer noch ihren Markt, wären aber wertvoller, da sie sich mehr an die Bier-Liebhaber wenden. Diese Biere könnten teurer verkauft werden und den Brauereien mehr Rendite bringen.
  3. Neuer Markt der „Kreativbiere“: Fruchtbiere, Gewürzbiere, oder mal ein Hanfbier? Erlaubt ist, was gefällt!

Die Verbraucher hätten eine neue, nie zuvor da gewesene Auswahl aller Sorten und Preise. Und das Reinheitsgebot eine neue Wertigkeit!

Vielen lieben Dank Günther für das Interview und deine Antworten!

Mehr Informationen zu Günther und seinem neusten Buch ‚So braut Deutschland‘ gibt es nächste Woche auf HopfenLiebe.

 

Bild: Günther Thömmes

Interview mit Niklas Zötler zum Reinheitsgebot

Die Privatbrauerei Zötler aus Rettenberg im schönen Allgäu ist die älteste Familienbrauerei der Welt. Seit 1447 wird in bei Zötler Bier gebraut, also schon lang bevor 1516 das Reinheitsgebot erlassen wurde. Wie also steht die Brauerei Zötler zum Reinheitsgebot? HopfenLiebe hat mit Niklas Zötler, dem Juniorchef der Brauerei, gesprochen.

Hallo Niklas, wie erklärest Du das Reinheitsgebot in eigenen Worten?
Das RHG stellt sicher, dass für die Bierherstellung ausschließlich die Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe eingesetzt werden. Wobei das eigentliche RHG von 1516 die Hefe noch nicht beinhaltet, da man gar nicht wusste, wie die Gärung vonstattengeht. Wir brauen heute nach dem vorläufigen Biersteuergestz.

Ist das Reinheitsgebot ein Maßstab für Qualität, Geschmack, und Braukultur?
Ja und Nein. Das RHG stellt zum einen sicher, dass Bier nur aus den vier obengenannten Rohstoffen hergestellt werden kann. Dadurch ist z.B. sichergestellt, dass kein deutsches Bier mit Reis oder Mais gebraut wird, was den Einsatz technischer Enzyme voraussetzen würde. Für mich ist das schon ein Zeichen für bessere Bierqualität. Allerdings bedeutet es nicht, dass jedes Bier innerhalb des RHG geschmacklich gut ist oder besser schmeckt als andere Biere.

Meines Erachtens unbestritten ist jedoch, dass deutsches Bier weltweit seinen guten Ruf dem RHG zu verdanken hat und deswegen ärgert es mich, dass viele Craftbier-Brauer und –Trinker dieses Gebot mit Füßen treten.

Die Entwicklung des deutschen Bieres in den letzten 100 Jahren ist weltweit einzigartig, auch wenn die Vielfalt sich in den letzten Jahrzehnten stark verkleinert hat, da viele Brauer versucht haben ihre Biere massentauglich zu machen und dadurch viele Biere Charakter verloren haben.

Ermöglicht/Beschränkt das RHG die Sortenvielfalt der Biere und Kreativität des Brauers?
Jedes Gebot beschränkt in gewisser Weise die Vielfalt, weil es Regeln aufstellt, die man einzuhalten hat. Die Frage müsste richtigerweise folgende sein: Reicht die Biervielfalt, die wir innerhalb des RHG abbilden können aus oder nicht? Wir können in Bayern zwar kein Bier auf den Markt bringen, das mit anderen natürlichen Rohstoffen, wie Gewürzen, Kürbis, Himbeeren etc. gebraut wurde, aber Pale Ale, IPA, Stout, Porter, Sauerbiere, holzfassgelagerte Biere, spontanvergorene Biere, Rauchbiere, bilden ja schon eine tolle Sortimentserweiterung zu unseren klassischen deutschen Bierstilen.

Und die Kreativität der Brauer wird dadurch eher angeregt und ist bei weitem noch nicht erschöpft! Viele Craftbrauer die gegen das RHG Stimmung machen, sollten sich auch mal fragen, ob sie denn kreativ genug die Möglichkeiten der unzähligen Hefestämme, Malz- und Hopfensorten ausgeschöpft haben.

Mich stört diese Diskussion bzw. die Art wie sie geführt wird, da viele der Konsumenten, die eine Abschaffung des RHG fordern gar nicht wissen, was das für uns deutsche Brauer eigentlich bedeutet. Eine komplette Abschaffung des RHG würde nur dazu führen, dass gerade die Industriebrauereien noch viel günstiger produzieren könnten und der Preiskampf im Markt sich noch weiter verschlimmert.

Wie stehst Du persönlich zum RHG?
Ich betrachte das RHG schon kritisch und finde auch, dass es der aktuellen Entwicklung im Biermarkt angepasst werden sollte, indem man die Verwendung anderer natürlicher Rohstoffe, wie Früchte und Gewürze, zulassen sollte. Daher bin ich für eine Anpassung, aber keinesfalls für eine Abschaffung! Zudem sollten Zusätze wie PVPP (Stabilisierungsmittel) genauso verboten werden, was wohl aber ein Wunschtraum bleiben wird, dank der Macht der Großbrauereien.

Ist das RHG noch zeitgemäß?
Meines Erachtens ist der Grundgedanke (ausschließliche Verwendung natürlicher Rohstoffe) zeitgemäßer denn je. Die Lebensmittelskandale in den letzten Jahren zeigen doch, dass speziell die Lebensmittelindustrie im Kampf um ständiges Wachstum und mit fortschrittlicher Technologie immer erfindungsreicher wird, natürlich Inhaltsstoffe durch künstliche zu ersetzen. Ich will keinen Analogkäse auf meiner Pizza oder Erdbeeraroma, das von Bakterien erzeugt wird, in meinem Joghurt. Und ich will auch nicht jedes Mal die Inhaltsangaben der Lebensmittel studieren müssen.

Ehrliche Produkte, die uns nicht irgendwas vortäuschen sollten eigentlich Standard sein.

Warum gibt es das RHG (noch)?
Weil wir Brauer und unsere Verbände dafür gekämpft haben und es auch keinen nachvollziehbaren Grund gibt, das RHG abzuschaffen. Anpassung ja, Abschaffung auf keinen Fall!

Vielen lieben Dank Niklas für das Interview!

Jeff Maisel von Maisel & Friends zum Reinheitsgebot

Jeff Maisel, Brauereichef der Brauerei Gebr. Maisel in Bayreuth und kreative Kopf hinter Maisel & Friends, braut traditionelle und neue Bierstiele. Grund genug bei ihm mal nachzufragen wie er zum Reinheitsgebot steht, welche Kritik er daran hat und ob es etwas zu verbessern gäbe. Hier seine ausführliche Antwort:

„Wir sind pro Reinheitsgebot, aber…“

Seit 500 Jahren ist das Reinheitsgebot Garant für die außerordentliche Qualität deutscher Biere und die Verbraucher verlassen sich zurecht darauf. Wir halten das Reinheitsgebot daher für unbedingt schützenswert. Seit Generationen beweisen deutsche Brauer, dass sich mit nur vier Zutaten vielfältige, geschmackvolle und außergewöhnliche Biere brauen lassen.

Allerdings sind für einige traditionelle, internationale Bierstile und moderne Rezepturen Zutaten wie beispielsweise Koriander und Orangenschalen erforderlich, die aufgrund des besonders strengen Reinheitsgebotes in Bayern nicht verwendet werden dürfen. Dass Bierliebhaber solche Spezialitäten genießen und bayerische Brauer diese kreieren möchten, verstehen wir voll und ganz – auch wir würden das gerne tun.

Zuvor muss allerdings gewährleistet sein, dass auch diese Spezialitäten einer rechtsverbindlichen Grundlage bzw. einem „Reinheitskodex“ unterliegen, damit ausschließlich reine, natürliche Zutaten verwendet werden. Ohne eine solche Regelung kann nicht verhindert werden, dass auch künstliche Aromen, Enzyme oder Konservierungsstoffe ihren Weg ins Getränk finden – diese haben unserer Meinung nach darin nichts verloren.

Wir haben die Initiative ergriffen und eine Arbeitsgruppe mit Brauerkollegen, Verbänden und Behörden gegründet. Unser gemeinsames Ziel ist, das Bayerische Reinheitsgebot zu bewahren. Gleichzeitig möchten wir einen verbindlichen Rahmen für die Bierstile schaffen, zu deren Herstellung vom bayerischen Reinheitsgebot nicht zugelassene, natürliche Zutaten unerlässlich sind.

Vielen Dank Jeff für dein Statement!

Fragen an den Braumeister des Tegernseer Brauhaus anlässlich 500 Jahre Reinheitsgebot

Das Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee ist weit bekannt, am meisten wohl für das Tegernseer Hell, eines der besten ‘Hellen’ weltweit. Dabei blickt die kleine Brauerei auf eine lange Geschichte zurück: Nachweislich seit 1803 gibt es das Königliche Brauhaus Tegernsee. Jedoch geht man allerdings davon aus, dass schon mit der Klostergründung auch die Brautätigkeit begann (wenn auch nur für den klösterlichen Eigenbedarf). Sicher ist, dass zum Erlass des bayerischen Reinheitsgebotes im Jahre 1516, am Ostufer des Tegernsees bereits 500 Jahre lang Bier gebraut wurde.

Neben dem Tegernseer Hell gibt es noch weitere untergärige Biere im Sortiment: Tegernseer Spezial, Tegernseer Dunkel, Tegernseer Pils, Tegernseer Leichtbier. Zusätzlich wird noch das 1806 König I Max Joseph, sowie saisonal beschränkt die Bockbierspezialitäten Blauer Page und Quirinus dunkler Doppelbock gebraut.

HopfenLiebe hat dem Braumeister des Tegernseer Brauhaus anlässlich des 500 jährigen Jubiläums des Reinheitsgebots ein paar Fragen gestellt.

500 Jahre Reinheitsgebot. Was bedeutet das für Sie?
Das Reinheitsgebot ist das älteste noch unverändert gültige Verbraucherschutzgesetz der Welt. Es steht für Transparenz, Natürlichkeit, Klarheit und Reinheit. Für mich persönlich ist es ein unumgängliches Gesetz und der Leitfaden für die Herstellung des natürlichen Qualitätsproduktes „Tegernseer Bier“

Ist ein 500 Jahre altes Gebot überhaupt noch zeitgemäß?
Selbstverständlich werden Biere heute nicht mehr gebraut wie vor 500 Jahren. Bier wird heute unter höchsten hygienischen Standards und mit Hilfe moderner Anlagentechnik hergestellt. Aber das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Rohstoffe beschränkt: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Ist das Reinheitsgebot heute eher ein Wettbewerbsvorteil im Sinne eines

Qualitätssiegels oder eher ein Hemmschuh?
Für die gewinnorientierte Konzernbrauerei, wird es wohl eher ein Hemmschuh sein. Im HTB brauen wir nach dem bayerischen Reinheitsgebot, das Beste und sicherste Qualitätssiegel das es in der Lebensmittelbranche gibt.

Würden Sie etwas anders machen, wenn es das Reinheitsgebot nicht gäbe? Wenn ja, was?
Nein – um ein gutes Bier herzustellen brauche ich nur die vier zugelassenen Rohstoffe, ein ausgeprägtes Produktgefühl und handwerkliches Geschick.

Wie groß ist der Spielraum innerhalb der Vorgaben? Nutzen Sie diesen aus? Wenn ja, wie?
Das Reinheitsgebot lässt keinen Spielraum zu und das ist auch gut so! Wenn die bayerische Brauwirtschaft bis jetzt von Lebensmittelskandalen verschont blieb, dann liegt das auch daran, dass die verwendeten Rohstoffe einer kontinuierlichen und umfassenden Rückstands- und Schadstoffkontrolle unterliegen.

Welches Ihrer Biere ist bei den Kunden am beliebtesten? Und welches ist Ihr Lieblingsbier?
Unsere Absatzzahlen lassen den Rückschluss zu, dass unser Tegernseer Hell sehr begehrt bei der Kundschaft ist. Ich persönlich trinke es auch am liebsten.

Gibt es bei Ihnen etwas speziell zum Jubiläumsjahr?
HTB ist eine Brauerei im herzoglichen Besitz und wird traditionell und qualitäts-orientiert geführt und betrieben. Bei uns gibt es auch im Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes nur gutes „Tegernseer Bier“.

Vielen Dank für das Interview!

 

Besucher Info
Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee
Schlossplatz 1
83684 Tegernsee

Interview mit Malte Tack von der Vulkan Brauerei zum Reinheitsgebot

Über die Vulkan Brauerei in Mendig hatte HopfenLiebe schon das ein oder andere Mal berichtet. Anlässlich des 500 jährigen Jubiläum des Reinheitsgebot haben wir bei Malte Tack, dem Brauereichef der Vulkan Brauerei mal nachgefragt ob er nicht Lust auf ein kleines Interview zum Thema hat.

Hallo Malte, beschreibe das Reinheitsgebot (RHG) doch bitte erstmal kurz in eigenen Worten.
Das RHG schützt die Reinheit deutscher Biere vor Fusch, Punscherei und Lebensmittelskandalen.

Ist das Reinheitsgebot ein Maßstab für Qualität, Geschmack, und Braukultur?
Das RHG ist der Maßstab für die Gattung deutscher Biere, niemand muss hinterfragen was drin ist.

Ermöglicht/Beschränkt das RHG die Sortenvielfalt der Biere und Kreativität des Brauers?
Einschränkungen gibt es keine und wenn muss man dem Kind eben einen anderen Namen geben, aber nicht Bier.

Wie stehst Du also persönlich zum RHG?
Ich stehe sehr positiv zum RHG.

Hast Du auch Kritik am RHG?
Kritik habe ich nur an Brauern die keine 5 Jahre im Biermarkt sind, Biere brauen die <1% Marktanteil ausmachen und den Anspruch erheben von heut auf morgen das RHG zu kippen. Es scheint teilweise eine eigene Vermarktung zu sein sich durch Diskussionen gegen das RHG groß zu machen.

Ist das RHG also noch zeitgemäß?
Gerade heute wird es immer zeitgemäßer, kein Gesetz sorgt für eine höhere Transparenz bei Lebensmitteln und die Bedeutung von Transparenz ist in der heutigen Zeit viel wichtiger als jemals zuvor.

Welche weiteren Vorteile siehst Du darin?
Neben der Transparenz hat es den Vorteil, dass Groß- und Kleinbrauereien mit den gleichen „Waffen“ kämpfen und nicht die Entwicklungslabore von Wild und Döhler den Geschmack unserer Getränke erstellen.

Warum gibt es das RHG immer noch?
Weil es sich bewährt hat. Das in Deutschland lange Zeit alle Biere sehr ähnlich waren liegt nicht am RHG, sondern daran, dass die Brauer im Rohstoffumgang nicht kreativ waren.

Sollte man etwas am RHG ändern?
Am RHG sollte man nichts ändern, sondern eine neue Gattung stricken in welcher Brauereierzeugnisse außerhalb des RHG Ihren Platz finden und einen eigenen Namen bekommen.

Vielen Dank Malte für die Antworten!

Feierlichkeiten zum Tag des Bieres in Tübingen: Wir lieben Bier! – Tübingen feiert!

Zum Tag des Bieres und dem 500 jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots wird auch in der Universitätsstadt Tübingen gefeiert. Besonders bei der bekannten Gasthausbrauerei Neckarmüller gibt es ein tolles Festprogramm. Dazu hier alle Informationen:

‚Es ist in aller Munde: „500 Jahre Reinheitsgebot“ die Tübinger Gasthausbrauerei ist bekannt für Ihr hausgebrautes Bier. Denn seit über 20 Jahren braut hier die Brauerfamilie Fischer aus dem nahe gelegenen Mössingen die „Neckarmüller Weisse“. Das beliebte Tübinger Bier. Nichts außer Wasser, Malz, Hopfen und Hefe braucht der Braumeister um dieses feine spritzige Bier zu brauen.

Am 23. April feiert ganz Deutschland den „Tag des Bieres“, auch im Tübinger Brauhaus wird gefeiert und zwar gleich  mit einer ganzen Festwoche rund ums Thema Bier. Zum Auftakt am 23.April läd die Brauerfamilie Fischer herzlich ein zu Livemusik, Bierbingo und Fassanstich. Sonntag sind die „Gluzger“ zu Gast und unterhalten mit Bierjazz.

Tübingens 3.Bierkönigin Laura freut sich alle internationalen Bierfreunde am Montag 25.April zu einem Bierseminar in englisch zu begrüßen. Gleich am Tag darauf am Dienstag lässt Sie unser Brauer bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Hier können Sie live miterleben wie das beliebte Tübinger Bier gebraut wird. Ganz besonders empfehlen kann ich allen Genießern, die Genussverkostung mit Bier und Käse. Fein aufeinander abgestimmt schmeicheln Bier und Käse den Gaumen. Moderiert von Biersommeliére Irina Zimmermann verspricht es ein interessanter Abend zu werden.

Am Sonntag 1.Mai sind besonders alle Familien herzlich eingeladen in der Gasthausbrauerei Neckarmüller zu feiern. Ein ausgewähltes Kinderprogramm unter dem Motto „Heute machen wir und fit“ mit dem Kinderliedermacher und Kabarettist Christof Altmann sorgt für beste Unterhaltung.

Bier hat viele Facetten, man kann es trinken oder kocht damit. Mach einer pflegt sich damit die Haare oder badet darin. Die Vielfalt, des Geschmacks ist riesig. Bier ist Handwerk. Aus ausgewählten Zutaten mit viel Liebe und Sorgfalt wird seit 500 Jahren in Deutschland nach dem Reinheitsgebot gebraut. Das muss gefeiert werden!’

Besucher Info:
Gasthausbrauerei Neckarmüller
Gartenstraße 4
72074 Tübingen

Website www.neckarmueller.de

 

Alle Infos und Wissenswertes zum 1. Stuttgarter Craft Beer Festival am 23. April 2016

Passend zum Tag des Bieres findet in der Schwabenmetropole Stuttgart das erste Stuttgarter Craft Beer Festival statt. Mit dabei werden 24 Brauereien überwiegend aus der Region Stuttgart, aber auch aus Berlin, München und Polen sein. Ausgeschenkt werden traditionelle Biere sowie Craftbier. Es sollte also für jeden Bierfreund etwas dabei sein. Stattfinden wird das Bierfestival Im Wizemann ab 11.00 Uhr.

Brauereien und Aussteller beim Craft Beer Festival Stuttgart 2016:

  • Archer´s Brewery (Esslingen)
  • Brauhaus Rössle (Neubulach)
  • Braurevolution (Kirchheim)
  • Browar Baba Jaga (Warschau, PL)
  • Browar Dukla (Dukla, PL)
  • Camba Bavaria (Truchtlaching)
  • Distelhäuser (Distelhausen)
  • Hobbybrauverein (Region Stuttgart)
  • Hopfmeister (München)
  • Inspirationsbräu (Esslingen)
  • Kraftbierwerkstatt (Böblingen)
  • Kraftpaule (Stuttgart)
  • Lenny´s Artesanal Ale (Berlin)
  • Mon Pétit Café (Bad Cannstatt)
  • Pirate Brew (Berlin)
  • Rossknecht (Ludwigsburg)
  • Schneider Weisse (München)
  • Schönbuch Braumanufaktur (Böblingen)
  • Stone Brewing Co. (San Diego & Berlin)
  • Superfreunde (Berlin)
  • Süeffisant (Gärtringen)
  • Tilmans Biere (München)
  • Walder Bräu (Königseggwald)
  • Wichtel Hausbrauerei (Ditzingen)

Dazu gibt es auch handgemachtes Essen von:

  • Schräglage (Burger)
  • Heusteighobel (Kässpätzle)
  • Super Jami (Veganes)
  • Lou´s Maultäschle (Maultaschen)
  • Flying Butchmen (Beefwich)

Neben gutem Bier und leckerem Essen gibt es auch ein ausgiebiges Programm, mit verschiedenen Infoveranstaltungen, Tastings, und vielem mehr.

Programm des 1. Stuttgarter Craft Beer Festival

  • 11:00 – Einlass
  • 11:30 – Begrüßung und Zapfstart
  • 13:00 -Vorstellung internationale Brauer
  • 14:30 – Vorstellung nationale Brauer
  • 16:00 – Vorstellung regionale Brauer
  • 17:00 – Kraftpaule’s Bierkrugstemmen
  • 20:30 – Bier Release „Jäger Spezial“ Schönbuchbräu
  • 21:00 – Konzert: Loisach Marci
  • 23:00 – Verabschiedung aller Brauer
  • 00:00 – Ausschank Stop
  • 11:00 – 20:00 Livebrauen mit den Kesselbrauern. Rohstoffe erleben, diskutieren und Fragen stellen.
  • 11:00 – 0:00 Make your own Festival Shirt.

Tastings in den Kellerräumen Im Wizeman

Im Rahmen des Craft Beer Festivals Stuttgart finden organisierte Verkostungsveranstaltungen statt, so genannte Tastings. Die Tastings dauern jeweils ca. 45 min und sind kostenpflichtig. Für jedes Tasting ist jeweils ein separates Einlassbändchen erforderlich, das es vor Ort am Veranstaltungstag zu kaufen gibt. Die Teilnehmerzahl ist limitiert.

  • 12:00 – What the hell is Craft Beer?
  • 13:00 – Food Pairing mit Schönbuch
  • 14:00 – Oak Aged Biere der Camba Bavaria Brauerei
  • 15:00 – Craftbiere aus der Distelhäuser Brauwerkstatt
  • 16:00 – American Craft Beer
  • 17:00 – Food Pairing mit Schneider Weisse
  • 18:00 – British Craft Beer
  • 19:00 – Biere jenseits des Reinheitsgebotes

Besucher Info:
Stuttgarter Craft Beer Festival
23. April 2016 ab 11.00 Uhr

Website mit Tickets & Co.

Adresse:
Im Wizemann
Quellenstraße 7
70376 Stuttgart

Ostalb Braumarkt am 16. April in Aalen

Alle sieben Familien-Brauereien des Ostalb-Kreises haben sich zusammengetan, um die Vielfalt des Gerstensaftes aus der Region gemeinsam zu präsentieren. In kleinen Ausschankgrößen können Besucher die unterschiedlichsten Bierspezialitäten der Region an einem Ort verkosten. Diese Möglichkeit gab es im Ostalbkreis noch nie zuvor! Der Brau-Markt findet eine Woche vor dem Tag des Bieres statt, um die Biergenießer auf das Jubiläum 500 Jahre Deutsches Reinheitsgebot einzustimmen.

Diese Brauereien sind dabei:

  • Ellwanger Rotochsen Bier
  • Aalener Löwenbräu
  • Landburger
  • Heubacher
  • Lamm-Bräu Untergröningen
  • Wasseralfinger Bier
  • Wielands Bierbrauerei

Samstag, 16. April 2016
Ab 10.00 Uhr am Spritzenhausplatz in Aalen