Interview mit Sebastian Priller-Riegele: Neues Design der Riegele Biere und neue Kooperation mit Sierra Nevada

Das Brauhaus Riegele aus Augsburg ist weitläufig für Bierspezialitäten bekannt. Egal ob traditionelle Biere wie der Riegele Commerzienrat oder die neuen Riegele Brauspezialtitäten wie das Noctus 100 oder Ator 20, die Brauerei Riegele kann gutes Bier. Nach der Kooperation des Brauhaus und der Sierra Nevada Brewing Co. im letzten Jahr gibt es nun zwei tolle Neuigkeiten aus Augsburg. Die Riegele Biere werden bald im neuen Design erhältlich sein und es gibt auch bald ein neues Bier zusammen mir den Brauern von der Sierra Nevada Brewing Co aus den USA.

Anlass genug mit dem Sebastian Priller-Riegele, Biersommelier Weltmeister und Chef des Brauhauses ein Interview zu führen:

HopfenLiebe: Was war der Anlass das Design der Flaschen zu ändern?
Sebastian Priller-Riegele: Die neuen Etiketten sollen zeigen, wie sehr wir uns weiter entwickelt haben, in Sachen BrauKunst, Natürlichkeit und Wertigkeit. Außerdem ist der Zeitpunkt 500 Jahre Reinheitsgebot passend!

Wie ist der Ablauf eines solchen Redesigns von der Idee bis zum fertigen Design? Wie lang hat der ganze Prozess gedauert und wer war alles daran beteiligt?
Ein Jahr hat es ca. gedauert. Wir machen die meisten Skizzen selbst und arbeiten dann mit unserem Grafikpartner büroecco und unseren Etikettendruckern zusammen. Die Ideen stammen von meinem Vater und mir….

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Steht das neue Design auch für eine Neuausrichtung der Riegele Biere?
Ja, wir denken nicht in Menge sondern in Qualität und Geschmack. Und das sollen die Etiketten dokumentieren. Das macht einfach Lust auf mehr!

Wie denkt ihr, kommt das neue Etikett bei den Stammkunden an?
Mein Vater und ich sind selbst in einige Fachmärkte gefahren und haben Bierliebhaber gefragt und bis jetzt ist das Fazit: Super!

Ab wann gibt es das neue Design im Handel?
Die ersten Flaschen sind abgefüllt! Zum 23.4. sollten diese bereits im Handel auftauchen!!

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Der 23. April ist ja auch der Tag des Bieres ist, was hat Riegele zum 500. Jahrestag des Reinheitsgebots geplant?
Es gibt Livemusik in der BrauWelt, besondere Angebot und Grillen im BierGarten, sowie einen Holzfassanstich in WirtsHaus. Als Höhepunkt wird aus dem Bierbrunnen Bier zu zapfen sein und man kann in der BierManufaktur beim live Brauen zuschauen und Fragen stellen! Alles ab 11:00Uhr!

Was bedeutet das Reinheitsgebot für Euch?
Es ist Teil der DNA unserer Traditionsbiere und gehört zu unserem Selbstverständnis dazu! Das wird auch so bleiben!

Ihr braut mit neben den Klassikern ja auch immer mal wieder Spezialbiere, ist da fuer die Zukunft schon was Neues geplant?
Ja, im Juni werden wir mit Sierra Nevada zusammen ein Highlight einbrauen: Bayerisch Ale 2!
Die 2 steht für die hopfige Freundschaft zweier CraftBier Pioniere: Sierra Nevada und der Riegele Biermanufaktur!

Vielen Dank Sebastian für das Interview und viel Erfolg weiterhin!

 

Interview mit Helmut Heine vom Bierladen KommproBier am Bodensee

Der Bodensee hat vieles zu bieten. Unter anderem einen tollen Bierladen in Langenargen. Seit knapp einem Jahr betreiben dort Uli Sehler und Helmut Heine den Biershop KommproBier. Der Name ist hier Programm, denn hier gibt es u.a. jeden 1. Freitag im Monat einen ‚Tag der Offenen Flasche’. HopfenLiebe hatte die Gelegenheit um mit Helmut ein Interview zu führen.

Stellt euch und euren Bierladen doch bitte mal kurz vor.
Als wir uns 2004 kennenlernten hatte ich mich kurz zuvor mit meiner Firma „Heine Kunststofftechnik“ selbstständig gemacht. Uli betrieb in dieser Zeit mit ihrem ehemaligen Partner 3 Gaststätten. 2006 stieg sie bei mir in der Firma ein, was Anlass war 2 Gaststätten zu schließen. Die letzte Gaststätte wurde 2012 geschlossen. Das war auch in etwa die Zeit als das Craft-Bier unser Hobby wurde. Im Juli 2014 meldete ich mich zur Ausbildung zum Biersommelier bei Doemens an. Seit 16.10.2015 darf ich mich Diplom Biersommelier nennen.

Herzlichen Glückwunsch Herr Biersommelier 🙂
Warum habt ihr dann einen Bierladen eröffnet?
Unser Hobby wurde immer größer. Irgendwann hatten wir 4 Kühlschränke in Betrieb, ein Kellerraum wurde zum Bierkeller umgebaut und wir hatten immer ca. 100 Sorten Bier im Haus.

Es kamen mehr und mehr Freunde und Bekannte ins Boot. Wir begannen mit Bierverkostungen. Da Uli so ganz ohne Gastronomie halt doch nicht konnte, ging es bald mit Food Pairing los.

Unser größtes Problem war immer, dass es in unserer Umgebung keinen Laden gab, der handwerklich gebraute Biere verkauft. Wir saßen unendlich viele Stunden am Computer um Bier zu bestellen.

Anfang 2015 wurden in unserem Betrieb Räumlichkeiten frei. Als ich zur Uli das erste Mal sagte, hier könnten wir doch einen Bierladen aufmachen, erklärte Sie mich für verrückt weil Langeweile hatten wir ja eigentlich keine. Am 22. Mai war es dann doch soweit, mein Traum wurde war: Eröffnung des ersten Craft-Beer-Shops am Bodensee: KommproBier

Helmut & Uli

Welches Bier gibt es bei euch im KommproBier?
In Hautsache haben wir Craft-Bier im Sortiment.
Sehr viel aus Deutschland aber auch einiges aus dem Rest der Welt.
Außerdem bieten wir eine kleine Auswahl an Landbieren an.

Wie ist euer Bierladen bisher bei den Kunden angekommen?
Vom ersten Tag prima.
Vielen Bierliebhabern haben wir die Türen geöffnet.
So mancher steht vor unseren Regalen und ist überwältigt.
Uli sagt immer wieder „wenn ich gewusst hätte, wie einfach es ist, Männer glücklich zu machen“ :).
Craft-Bier-Liebhaber besuchen uns nicht nur aus Deutschland sondern auch aus Österreich und der Schweiz.
Viele Leute haben wir neu infiziert und auf den Geschmack gebracht.

Außerdem werden bei uns sehr viele Biere als Geschenk gekauft. Endlich ist die Zeit der unsäglichen Wein- und Sektgeschenke für Biertrinker vorbei. Hierbei werden wir unterstützt von den „Weissenauer Werkstätten“, einer beruflichen Reintegration psychisch erkrankter Menschen, die für uns ganz tolle Holzverpackungen fertigen. Wie die „Männerhandtasch“ oder den „KommproBier-Träger“.

Was ist besonderes beim KommproBier?
Mittlerweile haben wir ein Sortiment von ca. 500 Bieren.

In unseren Regalen stehen nur leere Flaschen als Anschauungsobjekt. Alle Biere lagern bei uns im Kühlraum, kühl und dunkel so wie es sich für eine artgerechte Bierhaltung gehört.

Jeden 1. Freitag im Monat haben wir den „Tag der offenen Flasche“, an diesen Tagen können alle Biere direkt bei uns verkostet werden und wir bieten ein Craft-Bier vom Fass an.

Wie seid ihr eigentlich selbst zum Thema Bier und Craft Bier gekommen?
Gutes Essen und Trinken war für uns immer schon wichtig. Unser erstes Craft-Bier brachte mein Bruder aus München mit. 1 Flasche Camba Pale Ale und eine Flasche Yeti (bayrisch Ale eines Heimbrauers), da hatten wir ein Schlüsselerlebnis „Hopfen, Wasser und Malz geht auch anders“

Eingang

Was ist ‚Craft Bier’ für euch?
Anders wie beim Industriebier hat jedes Bier seinen eigenen Charakter, was es zum Erlebnis macht es zu trinken, es mit allen Sinnen zu genießen und nicht nur den Durst zu löschen. Die große Vielfalt der Geschmacksnuancen, die man riechen schmecken und nicht zuletzt auch fühlen kann machen jedes Craft-Bier einzigartig und wenn man bedenkt, dass allermeist nur die 4 Zutaten: Hopfen, Wasser, Malz und Hefe verwendet werden, ist die Geschmacksvielfalt umso erstaunlicher. Jede neue Lieferung ist für uns wie Weihnachten.

Wie sieht es mit der Bierszene in eurer Umgebung aus?
Anfänglich war es sehr mager. Allerdings wächst es durch unsere missionarische Arbeit immer mehr.

Immerhin haben wir es geschafft, dass in 3 Gaststätten Craft-Bier angeboten wird. Was Langenargen wahrscheinlich, gemessen an der Einwohnerzahl prozentual zum größten Craft-Bier-Dorf Deutschlands macht:)

Habt ihr regionale Biertipps?
Unsere regionalen Biere sind prinzipiell alle gut.

Unser Tip für Craft-Bier sind die Biere aus Tettnang vom „Hopfengut No.20“ und der Allgäuer Brauerei „Eisenharzer“.

 Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

KommproBier
Mühlstraße 28
88085 Langenargen

Website: KommproBier.de

War von euch schon mal jemand im Craft Beer Shop KommproBier? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Und sagt doch beim nächsten Besuch einen Gruß von HopfenLiebe 🙂

Interview Martin Dambach von sueffisant & Bierguerilla

In der deutschen Bierszene ist Martin Dambach kein unbekannter. Nicht nur betreibt er seit einiger Zeit den Bierladen sueffisant, daneben ist er auch aktiv in den sozialen Netzwerken und auf der Website Bierguerilla. Grund genug Martin mal ein paar Fragen zu stellen und diesen Bierfreund etwas näher kennen zu lernen.

Hallo Martin, stelle Dich doch bitte erst mal kurz selbst vor.
Ich arbeite in einer Internetagentur in Herrenberg, der United Digital Group und seit Mai 2015 habe ich nebenberuflich den Bierladen sueffisant in Gärtringen, der Abends von 18:00 bis 19:30 Uhr geöffnet hat.

Wie und wann bist Du überhaupt zum Thema Bier gekommen?
In USA habe ich schon vor vielen Jahren den Bierstile IPA kennengelernt. Im Laufe der Zeit hat sich bei mir eine gewisse Biermüdigkeit in Deutschland eingestellt. Die immer gleichen Biere der wenigen Bierstile haben schlichtweg nicht mehr so richtig geschmeckt. Es ist auch langweilig geworden in Kneipen mehrmals das gleiche Bier zu trinken. Vor 3 Jahren bin ich auf die CREW Republic damals CREW Alewerkstatt aufmerksam geworden und habe für mich und meine Kollegen ein paar Kartons IPA bestellt, um dieses Bier zu testen.

Jetzt hast Du ja mit sueffisant einen eigen Bierladen eröffnet. Wie kam es zu der Idee und wie lang hat es gedauert bis der Laden letztendlich offen war?
Ich verkaufe Bier seit 3 Jahren. Bisher aus meinem privaten Keller heraus. Jedoch gab es bald keinen Platz mehr, es gab keine Toilette, und dann wurde das Ladengeschäft frei, 7 m von unserem Keller entfernt.

Was ist das Konzept von sueffisant und welche Biere gibt es im Sortiment?
Es gibt Craftbiere oder nennen wir sie „neutral“ Bierspezialitäten aus Deutschland, Belgien, Dänemark, England, Schottland, Österreich, USA und anderen Ländern. Dann habe ich noch Limonaden mit starkem Geschmack wie z.B. Wostok und Proviant aus Berlin. Ein kleines Sortiment für Cidre möchte ich noch aufbauen. Ich achte darauf, dass ich eine hohe Vielfalt an Bierstilen vorrätig habe. So habe ich z.B. Sauerbiere wie Gose, sogar manchmal die Original-Gose aus Goslar, die eben nicht sauer ist und Berliner Weisse. In Bierverkostungen möchte ich eben auch die große Biervielfalt darstellen. Biere jenseits des Reinheitsgebots mit Zugaben von Kräutern, Gewürzen, Früchten, etc. interessieren mich auch.

Ich bevorzuge Biere von kleinen, unabhängigen Brauereien oder Gypsy Brauern. Allerdings habe ich auch Biere von z.B. Ratsherrn im Angebot. Ich bin nicht dogmatisch. Das Sortiment wechselt. Oft nehme ich nur 4-8 Flaschen von neuen Bieren ins Regal. Aktuell habe ich allerdings ca. 300 verschiedene Biere im Regal stehen

Das Konzept wäre: für jeden Biertrinker und „Noch-nicht-Biertrinker“ ein passendes Bier anbieten zu können. Das gelingt nicht immer, weil z.B. bei untergärigen Bieren, Kellerbieren ist das Biersortiment noch ausbaufähig.

Was ist besonders an sueffisant und warum lohnt sich der Besuch bei Dir?
Besucher bekommen immer ein Glas mit einem besonderen Bier, das ich z.B. selbst noch nicht getrunken habe, eingeschenkt.

Kunden können wenn ihre tägliche Fahrt mit dem Auto in der Nähe des Bierladens vorbeiführt ab 1 Kiste Bier an andere Kunden ausliefern, Bierkutscher. Die Bierlogistik kann schwierig sein. Wer mir Bier, das ich im Angebot haben möchte, mitbringt, kann Bier günstiger bei mir einkaufen oder bekommt ein Dankeschön in flüssiger Form. Für meine Biervideos suche ich auch Mitwirkende. Im Nebenraum des Ladens veranstalte ich Bierverkostungen und es wird Kunstinstallationen geben. Die erste Installation ist die Executioner (Beer Here) Installation auf der Ladentoilette.

Was gibt es von dir in Sachen Bier aktuell noch bzw. hast Du schon Pläne für die Zukunft?  
Nächstes Jahr, 2016 möchte ich einen Craftbierstammtisch in Böblingen, Herrenberg und Umgebung etablieren, der sich an wechselnden Orten trifft.

Wo können Interessierte dich am besten kontaktieren?
Kontakt am besten über Facebook oder email. martin.dambach@gmail.com

Vielen Dank Martin für das Interview!