Interview mit Helmut Heine vom Bierladen KommproBier am Bodensee

Der Bodensee hat vieles zu bieten. Unter anderem einen tollen Bierladen in Langenargen. Seit knapp einem Jahr betreiben dort Uli Sehler und Helmut Heine den Biershop KommproBier. Der Name ist hier Programm, denn hier gibt es u.a. jeden 1. Freitag im Monat einen ‚Tag der Offenen Flasche’. HopfenLiebe hatte die Gelegenheit um mit Helmut ein Interview zu führen.

Stellt euch und euren Bierladen doch bitte mal kurz vor.
Als wir uns 2004 kennenlernten hatte ich mich kurz zuvor mit meiner Firma „Heine Kunststofftechnik“ selbstständig gemacht. Uli betrieb in dieser Zeit mit ihrem ehemaligen Partner 3 Gaststätten. 2006 stieg sie bei mir in der Firma ein, was Anlass war 2 Gaststätten zu schließen. Die letzte Gaststätte wurde 2012 geschlossen. Das war auch in etwa die Zeit als das Craft-Bier unser Hobby wurde. Im Juli 2014 meldete ich mich zur Ausbildung zum Biersommelier bei Doemens an. Seit 16.10.2015 darf ich mich Diplom Biersommelier nennen.

Herzlichen Glückwunsch Herr Biersommelier 🙂
Warum habt ihr dann einen Bierladen eröffnet?
Unser Hobby wurde immer größer. Irgendwann hatten wir 4 Kühlschränke in Betrieb, ein Kellerraum wurde zum Bierkeller umgebaut und wir hatten immer ca. 100 Sorten Bier im Haus.

Es kamen mehr und mehr Freunde und Bekannte ins Boot. Wir begannen mit Bierverkostungen. Da Uli so ganz ohne Gastronomie halt doch nicht konnte, ging es bald mit Food Pairing los.

Unser größtes Problem war immer, dass es in unserer Umgebung keinen Laden gab, der handwerklich gebraute Biere verkauft. Wir saßen unendlich viele Stunden am Computer um Bier zu bestellen.

Anfang 2015 wurden in unserem Betrieb Räumlichkeiten frei. Als ich zur Uli das erste Mal sagte, hier könnten wir doch einen Bierladen aufmachen, erklärte Sie mich für verrückt weil Langeweile hatten wir ja eigentlich keine. Am 22. Mai war es dann doch soweit, mein Traum wurde war: Eröffnung des ersten Craft-Beer-Shops am Bodensee: KommproBier

Helmut & Uli

Welches Bier gibt es bei euch im KommproBier?
In Hautsache haben wir Craft-Bier im Sortiment.
Sehr viel aus Deutschland aber auch einiges aus dem Rest der Welt.
Außerdem bieten wir eine kleine Auswahl an Landbieren an.

Wie ist euer Bierladen bisher bei den Kunden angekommen?
Vom ersten Tag prima.
Vielen Bierliebhabern haben wir die Türen geöffnet.
So mancher steht vor unseren Regalen und ist überwältigt.
Uli sagt immer wieder „wenn ich gewusst hätte, wie einfach es ist, Männer glücklich zu machen“ :).
Craft-Bier-Liebhaber besuchen uns nicht nur aus Deutschland sondern auch aus Österreich und der Schweiz.
Viele Leute haben wir neu infiziert und auf den Geschmack gebracht.

Außerdem werden bei uns sehr viele Biere als Geschenk gekauft. Endlich ist die Zeit der unsäglichen Wein- und Sektgeschenke für Biertrinker vorbei. Hierbei werden wir unterstützt von den „Weissenauer Werkstätten“, einer beruflichen Reintegration psychisch erkrankter Menschen, die für uns ganz tolle Holzverpackungen fertigen. Wie die „Männerhandtasch“ oder den „KommproBier-Träger“.

Was ist besonderes beim KommproBier?
Mittlerweile haben wir ein Sortiment von ca. 500 Bieren.

In unseren Regalen stehen nur leere Flaschen als Anschauungsobjekt. Alle Biere lagern bei uns im Kühlraum, kühl und dunkel so wie es sich für eine artgerechte Bierhaltung gehört.

Jeden 1. Freitag im Monat haben wir den „Tag der offenen Flasche“, an diesen Tagen können alle Biere direkt bei uns verkostet werden und wir bieten ein Craft-Bier vom Fass an.

Wie seid ihr eigentlich selbst zum Thema Bier und Craft Bier gekommen?
Gutes Essen und Trinken war für uns immer schon wichtig. Unser erstes Craft-Bier brachte mein Bruder aus München mit. 1 Flasche Camba Pale Ale und eine Flasche Yeti (bayrisch Ale eines Heimbrauers), da hatten wir ein Schlüsselerlebnis „Hopfen, Wasser und Malz geht auch anders“

Eingang

Was ist ‚Craft Bier’ für euch?
Anders wie beim Industriebier hat jedes Bier seinen eigenen Charakter, was es zum Erlebnis macht es zu trinken, es mit allen Sinnen zu genießen und nicht nur den Durst zu löschen. Die große Vielfalt der Geschmacksnuancen, die man riechen schmecken und nicht zuletzt auch fühlen kann machen jedes Craft-Bier einzigartig und wenn man bedenkt, dass allermeist nur die 4 Zutaten: Hopfen, Wasser, Malz und Hefe verwendet werden, ist die Geschmacksvielfalt umso erstaunlicher. Jede neue Lieferung ist für uns wie Weihnachten.

Wie sieht es mit der Bierszene in eurer Umgebung aus?
Anfänglich war es sehr mager. Allerdings wächst es durch unsere missionarische Arbeit immer mehr.

Immerhin haben wir es geschafft, dass in 3 Gaststätten Craft-Bier angeboten wird. Was Langenargen wahrscheinlich, gemessen an der Einwohnerzahl prozentual zum größten Craft-Bier-Dorf Deutschlands macht:)

Habt ihr regionale Biertipps?
Unsere regionalen Biere sind prinzipiell alle gut.

Unser Tip für Craft-Bier sind die Biere aus Tettnang vom „Hopfengut No.20“ und der Allgäuer Brauerei „Eisenharzer“.

 Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

KommproBier
Mühlstraße 28
88085 Langenargen

Website: KommproBier.de

War von euch schon mal jemand im Craft Beer Shop KommproBier? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Und sagt doch beim nächsten Besuch einen Gruß von HopfenLiebe 🙂

Bier des Monats: Hopfenstopfer Seasonal Special Ale

Es ist wieder soweit, vom Hopfenstopfer aus Bad Rappenau gibt es wieder etwas Neues: das Seasonal Special Ale 2015. Und als ich vergangene Woche im BIERladen Reutlingen war, habe ich erfahren dass dort dieses limitierte Bier im Dezember ‚Bier des Monats’ ist. Ein Grund mehr, das Hopfenstopfer Craft Beer mal genauer anzuschauen!

Dieses ‚Quad Hop Craft Beer’ ist ideal für die kalte Jahreszeit. Allein die 8,2% Alkohol verleihen dem Bier schon eine sehr wärmende Wirkung. Dazu wurde hier u.a. Karamellmalz verwendet, was auch wunderbar in den Winter passt. Auf dieses tolle Malzbett kommen die amerikanischen Hopfensorten: Chinook, Cascade, Citra und Amarillo. Eine wahre Hopfenbombe!

Doch bevor wir hier das Bier beschreiben, lassen wir zuerst den Brauer Thomas (Hopfenstopfer) Wachno zu Wort kommen!

HopfenLiebe: Thomas, wie bist Du auf die Idee für das Seasonal Special Ale gekommen?

Hopfenstopfer: Hmmm gute Frage. Ich wollte eben wie bei den normalen Bieren auch eine Art Weihnachtsbier machen, und zu Anfang hies das dann „Christmas Strong Ale“, da aber Erfahrungsgemäß die Leute ab dem 27.12 nichts mehr kaufen, auf dem „Weihnachten“ steht musste ich mir, bevor ich in Serie gehe einen neuen Namen einfallen lassen. Rezeptmässig habe ich mich da auf meinen Erfahrungsschatz verlassen und liege dabei doch gar nicht so daneben….

HopfenLiebe: Hast Du einen Tipp wie und wann sollte man das Bier am besten trinken?

Hopfenstopfer: Welches Bier ich wann trinke, ist für mich so eine Sache, je nachdem in welcher Verfassung ich mich befinde, wähle ich das entsprechende Bier. Natürlich passt so ein stärkeres Bier wie das Seasonal sehr gut zu kalten Winterabenden und Kaminfeuer. Im Sommer würde ich das eher nicht trinken…

Danke Thomas für das kurze Interview!

hopfenstopfer-seasonal-special-ale-bier

Bierportrait: Hopfenstopfer Seasonal Special Ale – Weihnachtsbier

Die Stammwürze kommt auf ganze 18,5% und mit 50 IBU (Bittereinheiten) ist das Bier sowohl für den ‚fortgeschrittene’ Biertrinker wie auch für den Hopfenfreund genau das Richtige.

Die Farbe des Hopfenstopfer Seasonal Special Ale ist ein schönes Orange mit leichter Trübung. Wie oft bei straken Bieren, ist der Schaum nur leicht vorhanden. Dafür punktet das Bier aber so richtig im Duft: tolle Hopfen- und Fruchtnoten, besonders tropische Früchte wie Mango und Grapefruit, sind hier in der Nase!

Das ganze kommt auch im Geschmack dieses Craftbiers auf Bad Rappenau zur Geltung: eine angenehme Bitternis vom Hopfen mit einer karamell-süßen Malznote. Toll ausbalanciert!

Wie gesagt, das Hopfenstopfer Seasonal Special Ale ist im BIERladen Reutlingen ‚Bier des Monats’ und dort natürlich auch erhältlich.

Wie findet ihr das Bier?

 

Dieser Artikel ist in unentgeltlichen Zusammenarbeit mit dem BIERladen Reutlingen entstanden. Inhalt und Meinung sind von der Zusammenarbeit unberührt. Die Kooperation mit regionalen Bierläden und Brauern soll dazu beitragen die lokale Bierkultur zu fördern.