Distelhäuser Brauerei und das Reinheitsgebot

 

Auch bei der Distelhäuser Brauerei in Tauberbischofsheim wird dieses Jahr zum Tag des Bieres und dem 500 jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes gefeiert. Dazu wird es neben einer Veranstaltung unter dem Motto „Wissenswertes rund ums Bier“ ein ganz besonderes Bier geben, den Distelhäuser Jubiläumshopfen. Wie die Brauerei zum Reinheitsgebot steht und warum dies nach 500 Jahren immer noch seine Relevanz hat, erfuhren wir in einem Interview mit Distelhäuser.

Für alle, die mehr zum Thema Reinheitsgebot und Bier erfahren möchten, öffnet die Distelhäuser Brauerei am Sonntag,  24. April 2016 von 11 bis 18 Uhr ihre Pforten. Dieser Tag steht in Distelhausen ganz unter dem Motto „Wissenswertes rund ums Bier“! Die Brauer von Distelhäuser erläutern die wichtigsten Stationen in der Bierherstellung und zeigen, wie aus Hopfen, Malz und Wasser ein frisches Distelhäuser Bier gebraut wird. Doch es bleibt nicht nur bei der Theorie: Besucher können sich auf das „zwickeln“ im Lagerkeller sowie das probieren der Distelhäuser Spezialitäten im Craftbier-Bereich freuen. Zusätzlich kann man in der Brauwerkstatt den Brauern beim Bierbrauen zuschauen. Und ganz besonders Wissbegierige können das Distelhäuser Bierkennerdiplom erwerben.
Auch für musikalische Unterhaltung und leibliches Wohl ist an diesem Tag im Biergarten im Brauereihof gesorgt. Das beste: Der Eintritt ist frei.

distelhaeuser-Jubiläumshopfen

Doch Bier und die Brauerei erleben ist nicht das Einzige was Distelhäuser zu bieten hat. Zum 500 jährigen Geburtstag des deutschen Reinheitsgebotes hat die Distelhäuser Brauerei ein ganz besonderes Bier eingebraut: Den „Distelhäuser Jubiläumshopfen“. In diesem naturtrüben, kalt gehopften Pils vereinen die Distelhäuser Brauer im Sudhaus die Hopfensorten Perle, Smaragd, Tettnanger, Saphir, Nordbrauer und Centennial zu einem ‚einzigartigen Geschmackserlebnis’. Später bei der Kalthopfung erfolgt eine zweite Hopfengabe mit den Hopfensorten Cascade und Citra. Das Ergebnis soll ein fruchtig-spritziges Pils, das dem Reinheitsgebot alle Ehre macht. Das Bier wurde nur in begrenzter Menge eingebraut und hat eine Stammwürze von 12,5 % und einen Alkoholgehalt von 5,2 %.

Besonders spannend ist die Distelhäuser Brauwerkstatt: in einem original Sudhaus im Maßstab 1:100 experimentieren die Braumeister mit ursprünglichen Getreiden, neuen Hopfensorten sowie verschiedenen Hefestämmen und interpretieren historische Bierrezepturen neu. Mit großer Leidenschaft und Kunstfertigkeit kreieren die Bierhandwerker aus dem Taubertal in der Versuchsbrauerei innovative und geschmacksintensive Biere mit eigenem Charakter, die sich geschmacklich deutlich von der Masse abheben und sich auch nicht in die gängigen Sorten einordnen lassen.

Doch nun zum Reinheitsgebot. Wir wollten Wissen was dieses sogenannte ‚älteste Lebensmittelgesetz der Welt’ eigentlich für Distelhäuser bedeutet:

Das Reinheitsgebot zeigt, wie aus nur 4 Zutaten eine enorme Vielfalt an Bieren gebraut werden kann.

Ist es dabei ein Maßstab für Qualität, Geschmack, und Braukultur?
Das 500 Jahre alte Reinheitsgebot ist ein Maßstab für Bierkultur und Biervielfalt, da außer den 4 Zutaten nichts ins Bier kommt, aber hunderte von verschiedenen Sorten gebraut werden.

Ermöglicht/Beschränkt das RHG die Sortenvielfalt der Biere und Kreativität des Brauers?
Wenn man sieht, dass im Rahmen des Reinheitsgebotes hunderte von verschiedenen Sorten gebraut werden, so kann nicht von Einschränkung gesprochen werden.

Wie stehen Sie persönlich zum RHG?
Das Reinheitsgebot gibt dem Verbraucher Sicherheit und ist ein Qualitätssiegel. Daran sollte nicht gerüttelt werden.

Haben Sie Kritik daran?
Hier und da sind Anpassungen nötig, wie beispielsweise dass Weizen oder Dinkelbiere nur obergärig gebraut werden dürfen.

Hat/Hatte es Vorteile?
Im Mittelalter hatte das Reinheitsgebot auf jeden Fall seine Vorteile, da Wasser oftmals verseucht war und man lieber einen Krug Bier als einen Krug Wasser getrunken hat.

Warum gibt es das RHG (noch)?
Weil das Reinheitsgebot nach wie vor Sicherheit gibt.

Vielen Dank für das Interview!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.